FSJ - Unsere Unterstützung wird gebraucht!

„Eure Eltern haben eure ersten Schritte erlebt oder euer erstes Lächeln. Ihr konntet euch von alleine aufsetzen. Diese Kinder kommen nor...


„Eure Eltern haben eure ersten Schritte erlebt oder euer erstes Lächeln. Ihr konntet euch von alleine aufsetzen. Diese Kinder kommen normal zur Welt und sehen aus wie ein "normales Kind". Sie haben die gleichen Bedürfnisse und wollen sich auch aufrichten können, aber sie können es nicht, weil zum Beispiel eine Störung im Nervensystem vorliegt. Sie erleiden schon in der Kindheit viele Tiefschläge und haben Misserfolge beim Lernen. All dies führt dann dazu, dass sie Schwierigkeiten beim Lernen haben und glauben, dass sie es nicht schaffen können, weil sie schon so vieles nicht geschafft haben, weil der eigene Körper es nicht erlaubt."  
Mit diesem Satz von dem Konrektor sollte mein Abenteuer beginnen.

Heute soll es einmal nicht um Mode, Ausflügen oder irgendwelche Dekorationstipps gehen, denn in diesem Post möchte ich euch mit auf eine kleine Reise meiner Erinnerung nehmen, die ich im letzten Jahr machen durfte. Jeder stellt sich nach dem Abitur erst einmal die Frage, wie die Zukunft aussehen sollen. Für mich stand fest, dass ich erst noch nicht studieren gehen würde, weil ich die ganze Lernerei erst einmal satt hatte. Für mich war auch schnell klar, dass ich ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Schule für Kinder mit Körperlichen- und Motorischen Störungen machen werde, weil ich in dieser Einrichtung mein Diakonisches Praktikum absolviert habe und völlig von dieser Schule begeistert war! Ich kann es wirklich jedem ans Herzen legen, in solch einer Einrichtung ein FSJ oder BFD zu machen. Ihr sammelt Erfahrungen, die euch sehr in eurem Handeln prägen werden.


Auch wenn ihr später nicht in diese Berufsschiene wollte, sondern lieber Jura oder BWL studieren möchtet, nehmt diese Erfahrung mit. Die kann euch keiner mehr nehmen! Damals, wo ich mein Diakonisches Praktikum suchen sollte, konnte ich mir gar nicht vorstellen mit Menschen zu arbeiten, die eine Behinderung haben. Irgendwie hatte ich Angst davor, aber woher diese Angst kam, kann ich leider auch nicht sagen. Wohl möglich, weil ich die Menschen nicht verletzen wollte oder sie mir leid tun. Genau diese Einstellung musste schnell zur Seite gelegt werden, denn Mitleid ist dort am falschen Platz! Die Kids möchten genauso wie alle anderen behandelt werden und genau dies habe ich getan, so weit es möglich war. In der Primarstufe fand ich für ein Jahr meinen Platz in einer 2. Klasse.
Nun fragt ihr euch sicherlich, was meine Aufgaben waren. Nun ja, meine Aufgabe bestand da drin, die Kinder, die pflege brauchten, zu unterstützen. Ich bin mit den Kindern, die im Rollstuhl saßen, auf die Toilette gegangen, habe sie nach dem Schwimmen angezogen, holte sie jeden Morgen von dem Bus ab, reichte das Essen an und und und. Dennoch bestand mein Alltag nicht nur aus der Pflege, denn es saß auch nicht jedes Kind im Rollstuhl. Einige Autisten waren auch in der Klasse und ich habe immer versucht mir vorzustellen, wie diese Kinder die Welt sehen.


Es ist schwer nachzuvollziehen, aber nach einem Jahr fällt einem das viel leichter. Alle Kids waren so lebenslustig und ich konnte mit ihnen so viel herumalbern. Ihr wisst gar nicht, wie dabei mein Herz immer aufgegangen ist, vor allem wenn die Kinder so viel gelacht haben. Viele Ausflüge haben wir gemacht und ein Highlight war das Phantasialand, wo ich vorher noch nie war und ich muss euch sagen, ich habe lauter und mehr geschrien wie die Kids! Die haben mich zum Teil richtig verwundert angeguckt, warum ich so laut schreie, denn es sei doch nicht so schlimm. Der Spaß stand eindeutig an erster Stelle. Man hat alle Sorgen vergessen. Es gab auch schon einige Momente, wo ich hätte weinen können. Man sieht die Kinder und möchte ihnen helfen, ihnen das Laufen und Sprechen ermöglichen. Ihnen ihre Last abnehmen.  Man möchte den Kids einfach nur sagen; "Wenn du morgen aufwachst, dann war alles nur ein Traum und du kannst so leben, wie jedes andere Kind auch!". Geduld ist ein wichtiges Stichwort. Geduld und Ruhe bewahren. Wer das nicht hat, der wäre da komplett fehl am Platz, denn man braucht eine Menge davon. So, genug für heute. Das FSJ ist in diesem Sommer ein Jahr her und ich möchte euch wirklich ans Herzen legen, dass es so eine tolle Erfahrung ist, die euch keiner mehr nehmen kann und wie ihr seht, beschäftigt mich das Thema immer noch.


„Hilf mir, es selbst zu tun. Zeig mir, wie es geht.
Tu es nicht für mich. Ich kann und will es allein tun.
Hab Geduld, meine Wege zu begreifen.
Sie sind vielleicht länger, vielleicht brauche ich mehr Zeit, 
weil ich mehrere Versuche machen will.
Mute mir auch Fehler zu, denn aus ihnen kann ich lernen.“

Habt ihr vielleicht auch ein FSJ gemacht? Oder andere Erfahrungen gesammelt?
Vielleicht bei einem Au Pair? Mich würden eure Geschichten sehr interessieren!
Vanessa

Ps. Bei dem FSJ habe ich übrigens den Orlando kennengelernt, den ihr hier öfters seht. 

You Might Also Like

3 Kommentare

  1. Tolle Bilder um Text , ich habe leider noch nichts dergleichen ausprobiert kann ja noch alles kommen ;D
    Lg von meinem Blog
    Mxxx ❤️

    AntwortenLöschen
  2. .. dafür hast du meinen vollsten Respekt, Liebes!
    ich weiß genau was du meinst wegen der Einstellung, ich kann es mir auch nicht vorstellen, da ich viel zu nah am Wasser gebaut bin und mir die Menschen wohl leid tun würden, aber ich bewundere deine Einstellung sehr!

    Love, Jessica
    www.ressica.de ♥

    AntwortenLöschen
  3. Wirklich Hut ab, für das was du in deinem FSJ gemacht hast. Nicht jeder kann sich so eine Arbeit vorstellen, auch ich nicht.
    Momentan mache ich auch ein FSJ und zwar bis zum Sommer. Ich arbeite in einem Kindergarten, aber größtenteils in der Krippe bei den "Zwergen" :) Das Jahr ist nur eine Notlösung gewesen, weil meine Ausbildung sehr kurzfristig abgesagt wurde und dann kam ich zum FSJ. In den Bereich werde ich trotzdem nicht gehen, ich kann es mir für meine Zukunft nicht vorstellen. Am Anfang des Jahres hätte ich niemals gedacht, dass mir die Arbeit so viel Spaß machen würde und ich einen so engen Bezug zu einigen Kindern aufbaue. Und da kann ich dir nur Recht geben, das dieses Jahr für einen selbst wirklich viel bringt. Ich lerne neue Seiten von mir kennen.

    Liebe Grüße Prisca

    AntwortenLöschen

Flickr Images